Johannisabend in Dänemark

In jedem Jahr seit dem 18. Jahrhundert begehen die Dänen alljährlich “Sankt Hans Aften” (Johannisabend), das größte Volksfest des Jahres. Immer am 23. Juni ziehen die Menschen hinaus ins Freie, um nach den langen Wintermonaten die Mittsommernacht zu feiern.

Der Johannisabend geht auf den Namenstag des Heiligen Johannes zurück und es werden überall zur Sommersonnenwende große Feuer entzündet. Landauf und landab erklingt dann die Mittsommervise, ein Lied des dänischen Dichters Holger Drachmann, “Wir lieben unser Land, jedoch am meisten zu Mittsommer”.

Das Johannisfeuer und andere Bräuche

Nach altem, heidnischen Brauch werden durch das Johannisfeuer böse Geister und Hexen vertrieben. Dafür werden schon ab Anfang Juni entsprechend Äste und Zweige oder Tannenbäume zusammengetragen. Von einem Redner, zumeist ein Politiker oder Künstler, wird die sogenannte “Feuerrede” gehalten.

Das Verbrennen einer Strohhexe hingegen ist keine überlieferte Tradition aus Dänemark, sondern sie wurde erst im 20. Jahrhundert aus Deutschland, genauer dem Harz, mitgebracht. In vielen Orten Dänemarks werden am Johannisabend Fackelzüge und Laternenumzüge durchgeführt.

Besondere Orte

Fast alle Veranstaltungen finden an den Stränden von Nord- und Ostsee statt. Man nennt diese Nacht auch die “weiße Nacht”, da die Sonne nur für einen kurzen Augenblick, also scheinbar gar nicht, untergeht. Sie gilt allgemein als die kürzeste aller Nächte im Jahr, obwohl die eigentliche Sommersonnenwende nach gregorianischem Kalender am 21. Juni stattfindet.
Es entsteht eine ganz besondere Atmosphäre inmitten der Gemeinschaft neben den wärmenden Flammen zu weilen und beim gemeinsamen Singen in diese aufgenommen zu werden.