Dänische Literatur: Hans Christian Andersen

Wer kennt sie nicht, die Geschichten vom „Däumelinchen“ oder der „Prinzessin auf der Erbse“? Kinder lieben die sagenhaften Märchen von Hans Christian Andersen heute wie damals, Eltern werden beim Vorlesen nostalgisch und fühlen sich an Ihre Kindheitstage erinnert.

Hans Christian Andersen

Hans Christian Andersen (Fotografie von Franz Hanfstaengl)

Was viele aber nicht wissen: Andersen schaffte es sich aus den ärmlichsten Verhältnissen hochzuarbeiten und ein weltweit anerkannter Künstler zu werden. Seine Werke wurden in mehr als 80 Sprachen übersetzt und dienten als Vorlagen für Theater, Oper und Ballett. Zudem erinnert im Kopenhagener Hafen die Statue der kleinen Meerjungfrau an Andersens beeindruckendes Schaffen.

Berühmtester Autor aus Dänemark

Hans Christian Andersen wurde am 2. April in Odense, Dänemark, geboren und starb am 4. August 1875 in Kopenhagen. Seine Eltern waren ein verarmter Schuhmacher und eine alkoholkranke Wäscherin.

Der kleine, schmächtige Junge hatte kaum Chancen im rauen, skandinavischen Alltag. Nach dem Tod des Vaters versuchte er vergeblich Schauspieler werden, ebenso vergeblich probierte er sich im Singen. Nebenbei verfasste er schon in jungen Jahren erste kurze Gedichte.

Viele Förderer

Schon mit 14 Jahren floh Andersen von seinem verarmten Elternhaus und fand in Kopenhagen beim Leiter des königlichen Theaters Unterkunft und Arbeit. Hier ermöglichte man ihm eine gute Ausbildung an der Lateinschule. Auch im Anschluss hatte Andersen seine Gönner, die ihn zu Reisen (auch nach Deutschland) animierten und ihm bei den späteren Veröffentlichungen natürlich auch finanziell zur Seite standen.

Literaturwissenschaftler streiten darüber, ob Andersen möglicherweise homosexuell war. Fakt ist, dass er trotz zahlreicher weiblicher Bekanntschaften nie die Frau fürs Leben finden konnte.

Weltbekannte Werke

Andersen verfasste mehr als 160 Märchen in acht Bänden. Seine Geschichten schrieb er allesamt in der Alltagssprache, was für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich war, und zwar mit dem Anspruch, dass die Kinder die Märchen verstehen müssten.

Unvergessen sind etwa sein “Mädchen mit den Schwefelhölzern” oder auch „Des Kaisers neue Kleider“. Nicht umsonst ist der Hans-Christian-Andersen-Preis bis heute die wichtigste Auszeichnung für Kinderbuchautoren.