Dänisches Kulturgut: Kleine Meerjungfrau

Seit beinahe 100 Jahren sitzt die berühmte kleine Meerjungfrau auf ihrem Granitfindling am Langeliniekai im Hafen von Kopenhagen, mit melancholischem Gesichtsausdruck die ankommenden und abfahrenden Schiffe betrachtend.

Geschichte der Meerjungfrau

Ihre Existenz verdankt sie drei berühmten dänischen Männern. Ihr literarischer Vater war der Dichter Hans-Christian Andersen, dessen Märchen über das Schicksal der Nixe zu seinen berühmtesten Werken zählt.

Im Jahr 1909 besuchte Carl Jacobsen, der Sohn des Gründers der Brauerei Carlsberg, die Ballettadaption des Werkes, welche ihn so berührte, dass er den Auftrag gab, eine Statue der kleinen Meerjungfrau herzustellen.

Die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen

Die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen (Bild: Marcus Scholz – Fotolia)

Die Bronze wurde von Edward Eriksen gegossen, für das Gesicht stand Ellen Price, die Primaballerina der Aufführung Modell, für den Körper diente Eriksens Frau Eline als Vorlage. Am 23. August 1913 wurde eine Kopie der Statue der Stadt Kopenhagen übergeben, um ihren Platz im Hafen einzunehmen. Das Original wird an einem unbekannten Ort aufbewahrt.

Die Meerjungfrau ist 175 Kilogramm schwer und hat eine Höhe von 125 Zentimetern, was viele Besucher überrascht, die häufig ein deutlich größeres Kunstwerk erwarten.

Ein bewegtes Kunstwerk

2010 reiste die kleine Meerjungfrau nach Shanghai, wo sie im Zuge der Expo im dänischen Pavillion gezeigt wurde. Die Statue war sehr oft auch im negativen Sinne ein Objekt gesteigerter Aufmerksamkeit.

Sehr bald wurde sie Opfer von Vandalismus, neben (vergleichsweise) harmlosen Attacken mit Farbe wurden ihr im Laufe der Jahre mehrmals der Kopf und einmal der rechte Arm abgesägt. 2003 wurde die Meerjungfrau kurzerhand von ihrem Sockel gelöst und versenkt. Glücklicherweise existieren noch die originalen Gussformen, welche die Reparaturen erleichtern.